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Jugend forscht - Landeswettbewerb Sachsen 2017

Dr. Alexander Konschak

„Mein Name ist Alexander Konschak , ich bin 39 Jahre alt und arbeite beim Fraunhofer Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL in Bayreuth. Da alles ja immer so los geht, fange ich auch so an. Seit frühester Kindheit fasziniert mich alles Greifbare, um zu begreifen. Das fing mit kleinen Steinen aus dem Kieshaufen hinterm Haus an, hörte im Urlaub am Strand nicht auf und endet bis heute auch nicht in Baugruben, auf Feldern und an Flussufern. So hat sich das Ganze im Verlauf meiner Kindheit von bloßem Suchen in gezieltes Finden gewandelt. Jugend forscht half mir dabei, die vielen unterschiedlichsten Dinge unter bestimmten Themen zusammen zu fassen und voneinander zu trennen. So kam Ordnung in mein Hobby. Ich fing mit 13 - unterstützt von meinen Eltern - an, meine erste Jugend forscht Arbeit über alte Scherben zu schreiben, die ich auf dem Berg Oybin im Zittauer Gebirge immer mal fand und die ich versuchte, ihren ursprünglichen Gefäßformen zuzuordnen. Seit dem war ich dann immer wieder bei Jugend forscht. Mich hatte das Jugend forscht Fieber gepackt.

Es ging also seitdem in der Freizeit und nach der Schule immer ans Finden. Und was war dann nach dem Schulabschluss näherliegender, als Geologie mit dem Schwerpunkt „Lagerstätten“ an der TU Bergakademie Freiberg zu studieren – um eben zu Finden. Und ich kam hier zum Finden. Ob Gold auf Exkursion in Canada, ob die Entdeckung eines neuen Antimonitvorkommens bei der Diplomkartierung in einem Bach der Osttiroler Alpen oder das Auffinden neuer submariner Kupfervorkommen in der Brainsfield-Straße auf der Antarktis Expedition unter dem Leibniz Preisträger Prof. Herzig. Die viele Technik an Bord des Forschungsschiffs „Sonne“ bewog mich dann nach dem Diplom eine Promotion in experimenteller Petrologie zu machen. Hier begeisterte mich bei dem Leibniz Preisträger Prof. Keppler sowohl an der Universität Tübingen als auch am Bayerischen Geoinstitut in Bayreuth, dass man mit Diamant- und Moissanitstempelzellen Extrembedingungen einer Gesteinsschmelze wie in einer Magmenkammer nachstellen und in Echtzeit hineinsehen konnte und dadurch mit unterschiedlichen Methoden dann das Verhalten von „CO2 in Silikatschmelzen“ herausfinden konnte. Danach entschied ich mich jedoch aus der Grundlagenforschung heraus und in die Angewandte Forschung bei Fraunhofer hinein zu gehen. Hier am Fraunhofer Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL bin ich geblieben und entwickle nun seit nunmehr fast 10 Jahren mit an neuen faserverstärkten Keramiken für die unterschiedlichsten industriellen Anwendungen – und alles begann mit einer Scherbe auf der Burg Oybin und Jugend forscht.“

Dr. Alexander Konschak