Landeswettbewerb Jugend forscht 2008

AMD BMW Werk Leipzig Siemens Sponsoren

Sieger

2. Platz im Fachgebiet Biologie
 

Mitglieder: Rudolf Georg Ascherl

Schule: Universität Leipzig

Wirksamkeit kolloidalen Silbers auf Helicobacter pylori in-vitro

Erst seit man in den letzten fünfzig Jahren den Krieg gegen die Krankheitserreger ausschließlich mit Antibiotika führt, ging das uralte Wissen um ein Antiseptikum unter, das seit über 3000 Jahren eingesetzt wurde: Silber. Die letzten Jahrzehnte aber förderten immer mehr und immer mächtigere Krankheitserreger zutage und jetzt, da man seine bakterizide Wirkung endlich zu verstehen beginnt, feiert das schwere Edelmetall wieder seinen Einzug in die moderne Medizin.
Magengeschwüre wurden, lange bevor man in den 1980ern feststellte, dass eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori deren Ursache ist, mit Silberpräparaten behandelt. Eines dieser Medikamente, Gastrarctin® N der Serum-Werk Bernburg AG, ist heute als eines der letzten seiner Art noch im Handel.
Die Prävalenz des Erregers liegt mit etwa 50 % weltweit außerordentlich hoch und obwohl die Rate in den Industrieländern geringer ist, beträgt sie in Deutschland immer noch zwei Fünftel. Die Infektion ist in den meisten Fällen unproblematisch, kann jedoch neben chronischer bakterieller Gastritis, deren ausschließlicher Erreger der Magenkeim ist, auch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre hervorrufen und das Risiko ein Magenkarzinom zu bekommen um mehr als das hundertfache steigern. Die Behandlung ist dabei nicht immer unproblematisch: Es stehen zwar effektive Therapieschemata zur Verfügung, die jedoch bei einer zunehmenden Anzahl von Patienten nicht anschlagen; auf der Suche nach Auswegen kommt nun auch wieder Silber in Frage.
Gibt es eine antibakterielle Wirkung gegen den Erreger, die man in-vitro nachweisen kann; hat man also die Silberdispersion unter Umständen zurecht verschrieben, wo heute nicht selten selbst große Antibiotikadosen und Kombinationstherapien versagen? Gelingt überhaupt die Kultur des Keimes, der wegen seinen besonders hohen Anforderungen an die Umgebung überhaupt erst so spät entdeckt wurde?
Um diese Fragen zu beantworten, durfte ich am Institut für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie der Universität Leipzig das silberhaltige Medikament gegen den Erreger einsetzen. Dafür musste ein konstanter Kulturerfolg erzielt werden, der sich nach einer Reihe von Fehlversuchen endlich auch einstellte. Das Präparat wurde in eine Kavität im frisch mit Bakterien beimpften Nährboden gegeben, in den es dann diffundieren konnte. Dort hemmte er nach mehreren mit Fehlern im Versuchsaufbau verbundenen Fehlschlägen das Bakterienwachstum effektiv.
Meine Arbeitsergebnisse lassen sich zu folgenden Kernaussagen zusammenfassen:
1. Man kann Helicobacter pylori – wenn auch unter erschwerten Bedingungen – kultivieren.
2. Gastrarctin® N hat auf Helicobacter pylori in-vitro eine nachweisbare antibakterielle Wirkung.

Teilnehmerfoto