Sieger
Mitglieder: Tobias Niederwieser
Schule: Thomasschule - Gymnasium der Stadt Leipzig
Konstruktion und Bau einer Neige-Rodel
Die Fliehkräfte spielen beim Rodeln auf Naturbahnen eine sehr wichtige Rolle und werden nicht durch künstlich erhöhte Kurven ausgeglichen. Diese Kräfte müssen vom Rodler mit seinem Gewicht auf Kosten der Geschwindigkeit ausgeglichen werden. Sie erschweren nicht nur das Steuern der Rodel, sondern können zum Umkippen führen oder sogar die Rodel aus der Bahn werfen. Um die Seitenbeschleunigung zu reduzieren und die Stabilität und die Kurvengeschwindigkeit des Gerätes zu erhöhen, wurde ein Neigemechanismus, ähnlich der Neigetechnik bei Zügen, konstruiert. Da die Sitzfläche zum einen in einem deutlich höheren Neigewinkel gekippt werden muss, deutlich weniger Platz einnehmen darf und keine elektronischen und hydraulischen Kippvorrichtungen benötigt, konnte der Mechanismus der Zugneigetechnik nicht einfach übernommen werden. Es wurden deshalb verschiedene Kippmechanismen untersucht und eine komplett neue Neigemechanik entwickelt.
Nach der Konstruktion eines Prototyps aus Holz, wurde die Neige-Rodel in einem CAD-Programm konstruiert. Hierbei überprüfte man vier verschiedene Neigemechanismusvarianten, welche alle die Vorgaben hatten, äußerst robust, möglichst leicht und, aufgrund der Temperaturen und der Feuchtigkeit, sehr witterungsbeständig zu sein. Dabei wurde die Variante eines X-förmigen Verbindungsstückes zwischen Kufen und Sitzfläche als beste Lösung mit dem besten Kompromiss aus Bodenfreiheit und Schwerpunkt und auf Grund der Berechnungen favorisiert. Der schwierigste Teil der Konstruktion war der Einbau einer Federung, welche die Sitzfläche nach jeder Kurve in die Ausgangsstellung zurückbringt und dem Rodler beim Neigen in Kurven einen bestimmten Widerstand gibt. Die Stärke dieser Federung richtet sich nach der Körpergröße, -masse und der Fahrweise des Rodlers. So wurde eine Lösung mit einer Drehfedervariante bevorzugt, welche um die Drehachse des X-förmigen Verbindungsstückes eingebaut wurde. Danach fräste man die Aluminiumteile mithilfe einer CNC-Maschine und montierte die über 100 Einzelteile auf handelsübliche Rodelkufen.
Durch einen Praxistest auf einer Naturrodelbahn soll die Geschwindigkeitserhöhung in den Kurven gegenüber handelsüblichen Rodeln nachgewiesen werden. Ihren Einsatz könnte die Neige-Rodel sowohl im Freizeitsport, als neuer Wintersporttrend, als auch, nach einer Änderung des Reglements oder als neue Disziplin, im Profisport finden. Die Neige-Rodel wurde beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet.
